ᐅ Zungenpressen: Risiken, Behandlung & Ursachen [2022]

Autor: zahnzusatzver

Zungenpressen ist, wie das Zähneknirschen auch, meistens ein Bewältigungsversuch, um psychischen Stress abzubauen. Auf Dauer kann dieses Verhaltensmuster jedoch sowohl Zähne als auch Kiefer nachhaltig schädigen. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen darstellen, warum diese Angewohnheiten entstehen, welche gesundheitlichen Folgen sie haben können und wie man sie behandeln kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zungenpressen gehört wie das Zähneknirschen zu den typischen Stressbewältigungssymptomen, die man als Bruxismus zusammenfasst. Dabei drücken die Betroffenen ihre Zunge mit großer Kraft gegen den Gaumen oder die Frontzähne.
  • Langfristig kann das Pressen mit der Zunge zu Zahnfehlstellungen, einer Lockerung von Zähnen oder auch einem Zahnverlust führen. Ferner können chronischer Erkrankungen des Kiefers entstehen, bei dem dieser auf Dauer auch schmerzhaft verschleißen kann.
  • Entspannungstechniken und therapeutische Maßnahmen können helfen, Stress besser zu bewältigen und somit das Pressen mit der Zunge zu reduzieren oder sogar abzustellen. Ferner kann in schweren Fällen auch eine Schienentherapie sinnvoll sein, um Zähne und Kiefer zu schonen.

Gefahren durch Zungenpressen

Durch das Pressen mit der Zunge werden langfristig die Frontzähne von innen nach außen gedrückt. Die Zähne können diesem Druck zumindest eine bestimmte Weile noch standhalten, jedoch sitzen sie nicht absolut fest im Kiefer und somit kann sich die Position der Zähne im Laufe der Zeit auch verändern.

Die Zähne können dabei in eine Schieflage geraten und die Zahnzwischenräume können sich vergrößern. Ferner können sich die Zähne lockern und durch einen dysfunktionalen Aufbiss dann auch in besonders schweren Fällen ausfallen. Zusätzlich kann auch das Kiefergelenk durch diese Angewohnheit in Mitleidenschaft gezogen werden und sich entzünden sowie im Laufe der Zeit verschleißen, was meist mit starken Schmerzen verbunden ist.

Verspannungen durch Zungenpressen – ist das möglich?

Da das Pressen mit der Zunge ein Symptom der Stressbewältigung ist, kann dieses auch weitere Verspannungen auslösen, insbesondere im Schulter- und Nackenbereich, der bei Stress besonders zu Verspannungen neigt. Stark verspannte Schulter- und Nackenbereiche können zu anhaltenden Schmerzen führen, die auf den gesamten Körper ausstrahlen können.

Zungenpressen heilen oder abgewöhnen – wie geht das?

Beim Zunge pressen ist es für den Betroffenen in erster Linie einmal wichtig, dass er dies bewusst wahrnimmt und sich bemüht, die Zunge locker zu lassen. Auch ist es immer angezeigt, ein grundsätzliches Stressmanagement in Angriff zu nehmen. Zusätzlich können verschiedene Therapieansätze helfen, sich das Pressen mit der Zunge abzugewöhnen:

  • Entspannungstechniken: Um die Stressbewältigung zu unterstützen, können verschiedene Entspannungstechniken sehr hilfreich sein. Heute gibt es eine Vielfalt von Möglichkeiten, die von autogenem Training über progressive Muskelentspannung bis hin zu Yoga, Pilates oder Meditation reichen. Sie können helfen, das Stresslevel zu reduzieren oder Stress erst gar nicht so schnell aufkommen zu lassen.
  • Physiotherapie: Spezielle physiotherapeutische Übungen sowie auch manuelle Therapien, Massagen des Kieferbereichs und auch Wärmebehandlungen können helfen, den Kiefer- und Zungenbereich zu entspannen und auch die einhergehenden Beschwerden zu reduzieren.
  • Psychotherapie: Liegen dem Pressen mit der Zunge tieferliegende psychische Ursachen zugrunde, kann auch eine Psychotherapie angezeigt sein, um die Probleme aufzuarbeiten. Hierdurch kann ebenfalls das Stresslevel gesenkt werden und somit das Pressen mit der Zunge verringert oder sogar beendet werden.
  • Schienentherapie: Ist das Pressen mit der Zunge auch von Zähneknirschen begleitet, so kann auch eine Aufbissschiene hilfreich sein. Diese sogenannten Knirscherschienen helfen dabei, die Zähne zu schützen und eine gesunde Kieferstellung beizubehalten. Sie helfen auch, den Druck der Zunge auf die Zähne zu mildern.

Zungenpressen – Schiene sinnvoll?

Gerade in schweren Fällen, in denen das Pressen mit der Zunge auch noch mit Zähneknirschen verbunden ist, können die Aufbissschienen eine wichtige Hilfe sein, den Zahnapparat zu schützen und weitere Schäden zu vermeiden. Diese Schienen werden meist nachts getragen, können jedoch auch tagsüber eingesetzt werden.

Die Kosten für eine Aufbissschiene werden bei einer medizinischen Indikation in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und können bis zu 800 € betragen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen dabei die Herstellungskosten für die Schiene und auch das Zahnarzthonorar. Werden jedoch weitere Maßnahmen notwendig, wie eine umfassende Funktionsanalyse oder sollen höherwertige Schienen eingesetzt werden, so muss der Betroffene in der Regel die Kosten hierfür selber tragen.

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Zungenpressen und Psyche – was macht das?

Dem Pressen mit der Zunge liegen in den allermeisten Fällen psychische Ursachen zugrunde. Gerade bei andauernden und intensiven seelischen Belastungen suchen Menschen ein Ventil, um sich von dem äußeren Druck zu befreien. Dabei spielen sich Verhaltensmuster wie das Pressen mit der Zunge meistens unbewusst ein und führt dann langfristig zu starken Anspannungen im Kiefer-, Nacken- und auch Schulterbereich.

Heute können diese besonderen Stresssituationen oftmals lange anhalten und dadurch zu weitreichenden Schäden an Kiefer und Zahnapparat führen. Deshalb ist eine therapeutische Entspannung, die eventuell mit einer Schienentherapie begleitet wird, immer empfehlenswert, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.

Fazit

Das Pressen mit der Zunge ist auf Dauer eine ernsthafte Gefahr für Kiefer und Zahnapparat und kann durch die entstehenden Verspannungen auch weitere körperliche Probleme bereiten. Aus diesem Grund sollte das Verhaltensmuster möglichst frühzeitig wieder abtrainiert werden, wobei sowohl Entspannungstechniken und andere therapeutische Maßnahmen zur Stressbewältigung hier Abhilfe schaffen können. Auch die Kombination mit einer Schienentherapie kann hilfreich sein, um Schäden an Kiefer und Zähnen zu vermeiden.

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