Zahnfleischwucherung: Ursachen, Symptome, Behandlung

Autor: Dr. Anita Schwenk

Eine Zahnfleischwucherung kann durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden. Sie ist in der Regel ungefährlich und auch schmerzfrei, sollte jedoch behandelt werden.

Das wichtigste über Zahnfleischwucherungen in Kürze

Wucherungen am Zahnfleisch können z.B. durch:

  1. Medikamente
  2. Vitaminmangel
  3. Schwangerschaft
  4. Vererbung
  5. oder auch eine unzureichende Mundhygiene ausgelöst werden → Dies ist der häufigste Grund!
  • Betroffene leiden oftmals unter den ästhetischen Aspekten der Wucherung und haben Probleme bei der Nahrungsaufnahme. (Brennen oder Schmerzen)
  • Im Regelfall sind diese Zahnfleischwucherungen schmerzfrei und ungefährlich, sie sollten jedoch behandelt werden. Um sie erfolgreich behandeln zu können, ist eine Ursachenabklärung unabdingbar.

Was ist eine Zahnfleischwucherung?

Bei einer Wucherung des Zahnfleisches, die man auch Gingivahypertrophie nennt, handelt es sich um eine Vergrößerung oder Vermehrung von Zellen des Zahnfleisches.

Dabei beginnt diese zumeist in den Zahnzwischenräumen und breitet sich dann auf die Zahnumgebungen aus oder sie begrenzt sich auf die Umgebung einzelner Zähne.

Der Gaumen, die Mundschleimhäute und der Boden des Mundes sind typischerweise von diesen Wucherungen nicht betroffen. Wucherungen des Zahnfleisches können nicht nur optisch ein Problem sein, sie behindern den Betroffenen zumeist auch beim Essen.

Ursachen für eine Zahnfleischwucherung

Eine Wucherung des Zahnfleisches kann unterschiedliche Ursachen haben und oftmals ist die auslösende Ursache auch nicht feststellbar. In seltenen Fällen kann sie erblich bedingt sein, meistens wird sie jedoch durch die Einnahme von Medikamenten ausgelöst.

Bekannte auslösende Medikamente bei einer Zahnfleischwucherung:

  • Cyclosporin A
  • Kalziumkanalblocker
  • Phenytoin

Häufige Nebenwirkung von Medikamenten (Zahnfleischwucherung)

Eine Wucherung des Zahnfleisches ist in diesen Fällen eine Nebenwirkung einer dauerhaften Einnahme der Präparate. Auch Valproat, Diltiazem und Nifedipin können eine derartige Nebenwirkung auslösen.

Ferner kann eine Wucherung auch durch einen Vitamin-C-Mangel entstehen oder bei einer Hormonumstellung während einer Schwangerschaft. Verstärken kann sich eine Wucherung auch durch mangelhafte Mundhygiene und Reizungen des Zahnfleisches.

Zahnfleischwucherung – Symptome

Wucherungen des Zahnfleisches können in unterschiedlicher Stärke auftreten. Im Allgemeinen ist die Wucherung jedoch schmerzlos, sie kann allerdings Beschwerden an einzelnen Zähnen auslösen. Auch kann sich das Zahnfleisch verfärben und eine rötliche bis dunkelrote Farbe annehmen. Manchmal leiden die Betroffenen auch unter Zahnfleischbluten.

Seltene Fälle u.a bei Schwangerschaft

Innerhalb der Wucherung kann es außerdem in seltenen Fällen zu einer Verknöcherung kommen. Im Rahmen einer Schwangerschaft können sich zudem Ödeme bilden und Schmerzen auftreten. Bei starken Wucherungen kann es ferner zu Einbissverletzungen kommen, die sich infizieren können und dann zu einer Zahnfleischentzündung führen.

  • In der Regel ist eine Wucherung des Zahnfleisches allerdings nicht gefährlich, sie sollte jedoch behandelt werden.

Zahnfleischwucherung Behandlung 

Bei der Behandlung einer Wucherung am Zahnfleisch muss man auf die Ursache abstellen. Ist sie durch Medikamenteneinnahme ausgelöst, so klingt sie im Laufe der Zeit ab, wenn das entsprechende Medikament abgesetzt wird. Dies gilt auch für eine Schwangerschaft, da die Wucherung nach der Geburt sich meistens schnell wieder zurückbildet.

Operativer Eingriff muss nur selten erfolgen

Für den Fall, dass die Wucherung sehr stark ausgeprägt ist und sich nicht von alleine wieder zurückbildet, kann sie auch durch einen operativen Eingriff entfernt werden. Eine gründliche und regelmäßige Mundhygiene wie aus unserem Zahnpflege 101 ist ferner besonders wichtig, da sowohl Bakterien als auch Speisereste die Wucherung verschlimmern können und auch zu Entzündungen des Zahnfleisches führen können.

Zahnfleischwucherung – Hausmittel

Falls die Wucherungen auf einen Vitaminmangel zurückzuführen sind , kann man das Problem durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel oftmals selbst lösen. Liegt die Ursache allerdings in einer Medikamenteneinnahme, muss immer der behandelnde Arzt konsultiert werden, der dann abklären kann, ob eventuell andere Präparate eingesetzt werden können, bei denen diese Nebenwirkung nicht auftritt.

  • Häufig werden die Zahnfleischwucherungen jedoch auch durch eine mangelhafte Mundhygiene ausgelöst.

In diesen Fällen hilft bereits eine gute Disziplin bei der Zahnpflege, die konsequent nach jeder Mahlzeit mit einer weichen Zahnbürste durchgeführt werden sollte. Auch ist eine Zungenreinigung und eine gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume wichtig. Ferner können auch antibakterielles Mundwasser und zB. eine regelmäßige professionelle Airflow Zahnreinigung hier Abhilfe schaffen.

Fazit

Eine Wucherung des Zahnfleisches ist unangenehm und kann sowohl optisch störend sein als auch den Betroffenen beim Essen und Trinken behindern. Deshalb ist es immer anzuraten, diese behandeln zu lassen. Wichtig ist jedoch zunächst die Ursachenklärung, sodass eine angepasste Therapie in Angriff genommen werden kann. Verbesseren Sie Ihre Mundhygiene und in den meisten Fällen wird sich das Zahnfleisch wieder erholen.

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