ᐅ Schmerzempfindliche Zähne: Was hilft wirklich? [2022]

Autor: zahnzusatzver

Fast die Hälfte aller Deutschen leidet an einer Schmerzempfindlichkeit der Zähne. Sie verspüren insbesondere beim Genuss heißer oder kalter, aber auch saurer oder süßer Speisen und Getränke Schmerzen an den Zähnen, die durchaus stark sein können. Begründet ist dies meist in freiliegenden Zahnhälsen. In diesem Beitrag wollen wir aufzeigen, wie schmerzempfindliche Zähne entstehen, was man selbst dagegen tun kann und wie auch ein Zahnarzt bei diesem Problem helfen kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schmerzende, empfindliche Zähne sind weit verbreitet und haben ihre Ursache zumeist in freiliegenden Zahnhälsen.
  • Hausmittel und auch spezielle Zahnpasten können in leichten Fällen Linderung verschaffen.
  • Bei stärkeren Schmerzen sowie auch bei einer bereits vorhandenen Parodontitis oder Zahnhalskaries hilft jedoch nur noch der Gang zum Zahnarzt, der eine individuelle Diagnose und einen Behandlungsplan erstellen kann.

Warum hat man schmerzempfindliche Zähne?

Schmerzempfindlichkeit an den Zähnen ist sehr unangenehm und sie wird oftmals durch frei liegende Zahnhälse verursacht, die wiederum durch einen Rückgang des Zahnfleisches bedingt sind. Dadurch werden Zahnhälse freigelegt, die normalerweise als Verbindung zwischen Zahnkrone und Zahnwurzel vom Zahnfleisch bedeckt sind.

Der harte Zahnschmelz endet am Zahnhals, sodass das hier vorhandene, weichere Dentin nur vom Zahnfleisch geschützt werden kann. Wenn sich das Zahnfleisch an dieser Stelle zurückzieht, ist das Dentin mit seinen Nerven und Blutgefäßen weitgehend ungeschützt, was dazu führen kann, dass die Zähne schmerzempfindlich auf Kontakt mit heißen oder auch kalten, sauren oder süßen Substanzen reagieren.

Schmerzempfindliche Zähne Soforthilfe – funktioniert das?

Stellt man ein erhöhtes Schmerzempfinden an den Zähnen fest, stellt sich die Frage, ob man hiergegen direkt etwas tun kann. Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Schmerzempfinden an den Zähnen zu reduzieren, jedoch ist die Wirksamkeit der einzelnen Methoden auch stark davon abhängig, wie stark ein Zahnfleischrückgang bereits fortgeschritten ist.

Generell kann man mit verschiedenen Hausmitteln, speziellen Zahnpasten oder auch mit zahnärztlichen Versiegelungsmethoden das Problem behandeln, sofern nicht schon eine ernsthafte Erkrankung, wie eine Parodontitis, vorliegt.

Schmerzempfindliche Zähne Hausmittel

Es existieren einige Hausmittel, die dabei helfen können, die Schmerzempfindlichkeit der Zähne zu reduzieren. Als besonders effektiv in diesem Zusammenhang haben sich folgende Maßnahmen erwiesen:

  • Ölziehen: Ölziehen im Mund hat eine antibakterielle Wirkung und kann dadurch auch die Schmerzempfindlichkeit der Zähne reduzieren. Geeignet hierfür ist besonders Kokosöl, das man für ca. 20 Minuten im Mund und zwischen den Zähnen durchspült. Das Ölziehen hilft auch dabei, Zahnfleischentzündungen vorzubeugen.
  • Knoblauch: Knoblauch ist ebenfalls sehr geeignet, um Bakterien im Mund abzutöten. Ferner hat auch die im Knoblauch enthaltene Substanz Allicin eine betäubende Wirkung. Bei der Anwendung sollte man eine ausgepresste Knoblauchzehe mit etwas Salz und Wasser mischen, auf den schmerzenden Zahn auftragen und für ca. 10 Minuten einwirken lassen.
  • Salzwasser: Salzwasser sorgt im Mund für ein alkalisches Milieu, in dem Bakterien nicht überleben können. Ferner hilft es auch beim Heilungsprozess von entzündetem Zahnfleisch. Für die Anwendung gibt man einen Teelöffel Salz in ein Glas warmes Wasser und spült den Mund damit gründlich durch.
  • Gewürznelken: Gewürznelken haben eine Reihe sehr hilfreicher Eigenschaften Sie wirken sowohl antibakteriell als auch betäubend und entzündungshemmend. Gemahlene Gewürznelken mischt man mit etwas Olivenöl und massiert auf dem schmerzenden Zahn ein. Die Paste sollte man 30 Minuten einwirken lassen.

Zahnpasta schmerzempfindliche Zähne – welche hilft?

Auch spezielle Zahnpasten und Gele können bei der Behandlung der Schmerzempfindlichkeit von Zähnen durchaus hilfreich sein. Rezeptfreie Produkte kann man in Drogerien oder Apotheken kaufen, wobei die folgenden Produkte speziell für die Behandlung der Schmerzempfindlichkeit entwickelt wurden:

Sensodyne schmerzempfindliche Zähne

Die Sensodyne Zahncreme soll sowohl Schmerzempfindlichkeit reduzieren als auch davor schützen. Dabei entfaltet sie eine zweifache Wirkung. Sie bildet einerseits eine Schutzschicht auf den empfindlichen Stellen der Zähne und sie kann andererseits die empfindlichen Nerven an den Zahnhälsen beruhigen. Die Zahncreme kostet ca. 3,50 € bis 4,50 €.

Schmerzempfindliche Zähne Elmex Gelee

Das Elemex Gelee ist ein fluoridhaltiges Gel, das einmal wöchentlich angewendet werden soll. Es stärkt den bestehenden Zahnschmelz und kann dadurch die an die Nerven im Zahn weitergeleiteten Schmerzen reduzieren. Das Gel ist für ca. 5,50 € bis 6,50 € in Drogerien und Apotheken erhältlich.

Ab wann zum Zahnarzt bei schmerzempfindliche Zähne?

Ist die Schmerzempfindlichkeit der Zähne bereits von einer Zahnfleischentzündung begleitet oder hat sich bereits eine Zahnhalskaries gebildet, helfen Zahnpasten und Hausmittel nicht mehr wirklich und es ist Zeit, zum Zahnarzt zu gehen. Dieser kann freiliegende Zahnhälse entweder mit stark wirkenden Fluoridpasten behandeln oder aber die Zähne mit einem dünnflüssigen Kunststoff versiegeln.

Ferner kann er auch ausgehöhlte Zahnhälse mit einer Füllung aus Kunststoff auffüllen, die dann das empfindliche Dentin wieder überdeckt. Für den Fall, dass bereits eine Parodontitis fortgeschritten ist, kann auch ein chirurgischer Eingriff notwendig sein, bei dem das Zahnfleisch rekonstruiert wird, damit es die Zahnhälse wieder bedeckt.

Schmerzempfindliche Zähne versiegeln – hilft das?

Eine Versiegelung schmerzempfindlicher Zahnhälse kann immer dann sinnvoll sein, wenn ein Patient kleine Zahnhalsdefekte aufweist und nur leichte Schmerzen durch die freiliegenden Zahnhälse zu erleiden hat. Bei ausgeprägteren Beschwerden, einer bereits vorhandenen Parodontitis oder auch Kariesbildung am Zahnhals ist die Methode jedoch nicht mehr geeignet.

Plötzlich schmerzempfindliche Zähne nach Füllung – was tun?

Dass die Zähne schmerzempfindlich werden, nachdem man gerade eine neue Füllung erhalten hat, kann unterschiedliche Ursachen haben. Oftmals entsteht die Schmerzempfindlichkeit dadurch, dass nach der Behandlung einer tiefen Karies durch das Bohren nahe am Nerv Irritationen entstehen, die den Zahn für eine Weile noch schmerzempfindlich machen können.

In diesen Fällen können sowohl Hausmittel als auch spezielle Zahnpasten, die einen betäubenden Effekt haben, Linderung verschaffen. Ein weiterer Grund für eine Schmerzempfindlichkeit nach einer Füllung kann auch der Umstand sein, dass die Füllung zu hochsteht und somit beim Zubeißen zu viel Druck auf die Zähne ausübt. In diesem Fall ist ein weiterer Besuch beim Zahnarzt notwendig, um die Füllung herabzuschleifen.

Fazit

Schmerzempfindlichkeit an den Zähnen kann sehr unangenehm sein und sollte immer behandelt werden. In leichten Fällen sind dabei Hausmittel oder auch spezielle Zahnpasten hilfreich. Liegen jedoch bereits größere Defekte oder Schmerzen an den Zahnhälsen vor oder hat sich bereits eine echte Parodontitis entwickelt, hilft nur noch der Gang zum Zahnarzt. Dieser kann dann, je nach Befund, mit Versiegelungen, Betäubungsgelen oder aber auch mit einer umfassenden Parodontitisbehandlung helfen.

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