ᐅ Parodontose: Ursachen, Symptome & Behandlungsmöglichkeiten [2022]

Autor: zahnzusatzver

Eine Parodontose ist eine chronische Erkrankung des Zahnfleisches und des unterliegenden Gewebes, die weitreichende Auswirkungen auf den Zahnhalteapparat und Kiefer haben kann. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen darstellen, wie sie entsteht, welche Symptome auf eine Erkrankung hinweisen und wie man sie behandeln kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Als chronische Zahnfleischentzündung kann eine Parodontitis weitreichende Konsequenzen für Gebiss und Kiefer haben, die im fortgeschrittenen Stadium zu einem frühen Zahnverlust führen können.
  • Die Erkrankung wird durch aggressive Bakterien ausgelöst, die Zahnfleischentzündungen auslösen und Zahnfleischtaschen entstehen lassen. Dadurch können die Bakterien immer weiter in den Zahnhalteapparat vordringen und diesen destabilisieren.
  • Das frühzeitige Erkennen und Behandeln ist bei einer Parodontitis besonders wichtig. Deshalb sollte man frühe Symptome erkennen und professionell behandeln lassen. Dadurch lassen sich größere Schäden an Gebiss und Kiefer verhindern.

Was ist Parodontose?

Als Parodontose bezeichnet man eine Zahnbettentzündung, die zumeist mit einer Zahnfleischentzündung beginnt. Bleibt sie unbehandelt und dauert an, kann sie sich auf das Bindegewebe der Umgebung und auch auf den Kieferknochen ausbreiten. Sie kann über lange Zeit unbemerkt und schmerzfrei bleiben, im späten Stadium jedoch dann schmerzhaft werden.

Im Entzündungsprozess löst sich das Zahnfleisch von den Zähnen ab und bildet dabei sogenannte Zahnfleischtaschen. Diese sammeln Bakterien und lassen die Taschen größer werden, das Zahnfleisch bildet sich zurück und Gewebe und Knochen werden angegriffen. Im Endstadium kann der Zahn nicht mehr im Zahnhalteapparat gehalten werden und lockert sich dann.

Parodontose – Ursachen

Durch starke Zahnbelagbildung wird mit der Zeit eine Zahnsteinbildung ausgelöst. Der Zahnstein bietet dann eine raue Zahnoberfläche, die einen idealen Brutplatz für Bakterien darstellt. Hier bilden diese Giftstoffe, die dann in das Zahnfleisch eindringen und zu einer Zahnfleischentzündung führen. Bleibt diese unbehandelt, entsteht mit der Zeit eine chronische Zahnfleischentzündung, auch Parodontitis genannt.

Die Ursache für diese Entwicklung findet sich in den meisten Fällen in einer unzureichenden Mundhygiene, aber auch Stress, Rauchen oder eine schwache Immunabwehr oder Medikament können eine Parodontitis begünstigen.

Parodontose – Symptome

Bei einer chronischen Parodontitis sind regelmäßiges Zahnfleischbluten und auch Mundgeruch typische Symptome. Für den Fall also, dass diese Anzeichen häufiger auftreten, sollte man einen Zahnarzt aufsuchen. Ferner ist es typisch für eine Parodontitis, dass sich das Zahnfleisch zurückbildet und dass die Zahnhälse frei liegen.

Dadurch werden sie sehr schmerzempfindlich gegenüber heißen und kalten Speisen und Getränken. Schreitet die Parodontitis fort, lockern sich die Zähne und es können weitere Entzündungen im Körper entstehen.

Wie kann man Parodontose behandeln?

Will man die durch die Parodontose entstandene Zahnfleischschädigung bremsen, müssen zunächst die schädigenden Bakterien eliminiert werden. Eine gründliche Parodontosebehandlung kann nur bei einem Zahnarzt gemacht werden.

Dieser kann mit Einsatz einer örtlichen Betäubung die Zahnoberflächen reinigen und dadurch die Bakterien beseitigen. In schweren Fällen wird er, wird er im Rahmen eines kleinen chirurgischen Eingriffs die Ränder des Zahnfleischs vom Knochen ablösen, um in der Tiefe der Zahnfleischtaschen dann Beläge und auch entzündetes Gewebe gründlich entfernen kann.

Chirurgische Eingriffe

Ist der Zahnfleischschwund bereits ausgeprägt und die Zahnhälse liegen frei, kann ein Zahnarzt mit einem mikrochirurgischen Eingriff mit eigenen Gewebe eine an den Zahnhälsen eine Rehabilitation vornehmen. Dieser Eingriff finden zumeist unter einer lokalen Anästhesie statt.

Einsatz von Emdogain

In einem früheren Stadium der Parodontose kann durch den Einsatz von Emdogain das Zahnbett stabilisiert werden. Emdogain ist ein künstliches Material aus Proteinen, das auf die Zahnwurzel aufgetragen wird und dann helfen kann, neuen Zahnzement und Kieferknochen zu bilden. Die Stabilisierung des Zahnbettes kann dann vor einem Zahnverlust schützen.

Behandlung mit dem Laser

Bei noch kleineren Zahnfleischtaschen kann auch eine Behandlung mit dem Laser bei einer Parodontitis erfolgreich sein. Diese Behandlung erfordert keinen chirurgischen Eingriff. Bei tieferen Taschen wird der Laser häufig in Verbindung mit einem Ausschaben der Zahnfleischtaschen eingesetzt.

Behandlung mit Antibiotika

Zusätzlich zu einer mechanischen Beseitigung der Bakterien kann auch ein Antibiotikum eingesetzt werden, das die Abheilung der Entzündung unterstützt. Dieses kann sowohl als Medikament eingenommen werden als auch direkt in die Zahnfleischtaschen eingebracht werden. Im Vorfeld einer Behandlung mit einem Antibiotikum muss jedoch erst eine Keimbestimmung vorgenommen werden.

Parodontose Anfangsstadium – die Anzeichen

Eine beginnende Parodontitis verläuft anfangs fast unbemerkt, weil sie ohne Symptome ist. Im weiteren Verlauf macht sie sich besonders durch folgende Anzeichen bemerkbar:

  • Empfindliche Zähne: Auf einmal hat man Probleme mit dem Genuss von Heißem und Kaltem, aber auch Süßem oder Saurem. Aus einem zunächst unangenehmen Gefühl können dann auch Schmerzen entstehen.
  • Längere Zähne: Durch den Rückgang des Zahnfleisches sehen die Zähne länger aus. In manchen Fällen kann man auch schon eine Kerbe im Zahnfleisch spüren. Das Gebiss kann dann unregelmäßiger aussehen.
  • Häufiges Zahnfleischbluten: Das Zahnfleisch ist häufig geschwollen oder gereizt, es fühlt sich heiß an und es kann pochen. Beim Zähneputzen fängt es oft an zu bluten. Es bilden sich Entzündungsherde, die nicht mehr verschwinden. Hier sollte bereits dringend eine Behandlung erfolgen.
  • Mundgeruch: Typisch ist auch ein anhaltender Mundgeruch, oft verbunden mit einem metallischen Geschmack. Dieser entsteht durch die Entzündungsherde im Mund, die sich immer häufiger bilden und auch schlecht abheilen.

Parodontose Hausmittel – hilft das?

Ergänzend zu der zahnärztlichen Behandlung kann man bei einer Parodontitis auch zu einigen Hausmitteln greifen, die dabei helfen, Bakterien zu bekämpfen und somit für ein gesundes Mundklima zu sorgen. Besonders geeignet sind hierfür:

  • Ölziehen: Den Mund morgens und abends mit einem Löffel Pflanzenöl für 5 Minuten durchzuspülen vor dem Zähneputzen hilft dabei, Keime und Bakterien zu binden und somit eine Ausbreitung einer Parodontitis zu bekämpfen. Das Öl muss nach der Anwendung ausgespuckt werden.
  • Nelkenöl gegen Zahnfleischbluten: Nelkenöl wird beruhigend und lindert Schmerzen. Es ist sehr gut geeignet, schmerzendes Zahnfleisch und auch freiliegende Zahnhälse zu behandeln und reibt es einfach mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen ein.
  • Aloe vera bei Zahnfleischschwund: Gegen den Rückgang des Zahnfleischs hilft Aloe vera als Hausmittel. Das Gel trägt man mehrfach am Tag auf das Zahnfleisch auf und reibt es ein. Gut einwirken lassen, es kann dann später auch heruntergeschluckt werden.
  • Mundspülungen mit Salbei oder Thymian: Die Heilkräuter wirken entzündungshemmend und helfen beim Aufbau des Zahnfleisches. Einige Tropfen eines entsprechenden Heilkräuteröls kann man in einem Glas Wasser auflösen und dann den Mund gründlich damit ausspülen.
  • Mundspülung mit Salzwasser: Salzwasser hilft dabei, schädliche Bakterien an den Zähnen zu beseitigen und ist deshalb hilfreich sowohl bei Karies als auch bei einer Parodontitis. Man kann mit einer gesättigten Lösung aus Salzwasser mehrfach am Tag den Mund ausspülen. Das Salzwasser kann auch auf die Zahnbürste gegeben werden und dann in die Zahnfleischtaschen einmassiert werden.
  • Teebaumöl: Auch Teebaumöl bekämpft Bakterien im Mund. Man kann es mehrfach am Tag auf das Zahnfleisch und die Zahnhälse auftragen und sollte es möglichst lange einwirken lassen.
  • Zitronensaft: Zitronensaft hilft bei Zahnfleischentzündungen und kann helfen, sie zu stoppen. Hierfür vermischt man Zitronensaft mit etwas Salz zu einer Paste und massiert diese dann in die Zahnfleischtaschen ein. Die Prozedur kann man mehrmals am Tag wiederholen.

Wasserstoffperoxid: Wasserstoffperoxid wirkt stark antibakteriell und tötet Bakterien ab. Die in der Apotheke üblicherweise 3%ige Lösung kann man im Verhältnis 1:2 mit Wasser mischen und dann mit der Zahnbürste in die Zahnfleischtaschen und an den Zahnhälsen einmassieren. Den Mund sollte man anschließend mit Wasser ausspülen und das Mittel nicht herunterschlucken.

Gibt es Parodontose Zahnpasta?

Der Handel bietet speziell für Betroffene einer Parodontitis spezielle Zahncremes, die gezielt bei den speziellen Problemen helfen sollen. Bekannte Markenprodukte sind in üblichen Drogerien oder auch der Apotheke erhältlich:

  • Meridol: Die Meridol Zahncreme bietet als Wirkstoff eine Kombination aus Zinnfluorid und Aminfluorid. Diese beugen dem Zahnfleischbluten zum einen vor und lindern Zahnfleischentzündungen. Außerdem fördert die antibakterielle Wirkung der Zahncreme eine gesunde Mundflora und hilft deshalb auch beim Kariesschutz. Die Zahncreme kostet ca. 5 € in der 75 ml Tube.
  • Parodontax: Die Produkte an Zahncremes von Parodontax können Bakterien am Zahnfleischrand effektiv entfernen und deshalb weiteren Zahnfleischentzündungen vorbeugen. Sie enthalten einen hohen Anteil an Natriumcarbonat, der es auch verhindert, dass sich neue Bakterien am Zahnfleischrand ansetzen können. Die Zahncremes kosten zwischen 4,50 € und 5,50 € für eine 75 ml Tube.
  • DentaCure vegane Zahncreme: Diese vegane Zahncreme enthält als natürlichen Wirkstoff Extrakte von der Pflanze des Bockshornklees. Dieser Klee hat eine stark antibakterielle Wirkung und kann dadurch Zahnfleischentzündungen hemmen. Ferner kann er das entzündete Gewebe schützen und ein erneutes Eindringen von Bakterien verhindern. Diese vegane Zahncreme enthält keine bekannten Zusatzstoffe wie viele andere Zahncremes und damit kein Wasserstoffperoxid, Mikroplastik oder Tricolosan. Die vegane Zahncreme kostet ca. 5 € für eine 75 ml Tube.

Ist Parodontose ansteckend?

Parodontitis ist ansteckend. Die schädigenden Bakterien können, wie andere Infektionskrankheiten eben auch, durch den Speichel übertragen werden.

Dabei können die aggressiven Parodontosebakterien also einfach durch Küssen oder auch den Gebrauch desselben Bestecks übertragen werden. Dabei muss ein Träger der Parodontitisbakterien nicht unbedingt selbst an der Parodontitis erkrankt sein. Ansteckend sind die Bakterien aber in jedem Fall. Ob die Erkrankung dann tatsächlich ausbricht, ist eben auch von vielen weiteren Risikofaktoren abhängig, wie die individuelle Immunabwehr, Rauchen, Stress oder auch eine Medikamenteneinnahme.

Fazit

Eine Parodontitis ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Zahnhalteapparat, die Kiefer und die gesamte Körpergesundheit haben kann, wenn sie nicht behandelt wird. Im fortgeschrittenen Stadium droht immer ein früher Zahnverlust. Deshalb ist es wichtig, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt durchzuführen und erste Anzeichen einer Parodontitis zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln. Je früher eine Behandlung in Angriff genommen wird, desto eher lassen sich größere Schäden für Gebiss und Kiefer vermeiden.

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